„Beinahe
jeder zweite Euro, den die Krankenkassen für Arzneimittel ausgeben,
muss inzwischen für ultra-teure patentgeschützte Medikamente gezahlt
werden. Noch vor zwei Jahrzehnten war es nur jeder dritte“, kommentiert
Sylvia Gabelmann, arzneimittelpolitische Sprecherin der Fraktion DIE
LINKE, den heute veröffentlichten Arzneiverordnungs-Report der AOK.
Gabelmann weiter:
„Für den rapiden Anstieg sind
insbesondere die völlig überhöhten Preise der Pharmakonzerne für viele
Krebsmittel, Antirheumatika und Medikamente zur Behandlung von Multipler
Sklerose verantwortlich. Für immer mehr Krankheiten werden
Behandlungskosten von mehr als 100.000 Euro pro Jahr aufgerufen - die
Konzerne verdienen Milliarden, vor allem mit neuen Arzneimitteln.
Aber
auch diese Bundesregierung und ihre Vorgängerinnen haben mit ihrer
gescheiterten Arzneimittelpreispolitik einen großen Anteil an dieser
Preisentwicklung. Immer noch dürfen die Arzneimittelhersteller im ersten
Jahr die Preise für neue Medikamente beliebig hoch ansetzen. Wenn
Gesundheitsminister Spahn hier nicht schnell handelt, bleibt die
finanzielle Bedrohung und Überforderung der Krankenkassen bestehen und
wird sich sogar noch verstärken.“
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