„Es ist nicht überraschend, dass die
Union bereits einen Tag nach dem Bericht ganz genau weiß, welche
Konsequenzen die Fehler der Sicherheitsbehörden in der Zusammenarbeit
und im Austausch von Informationen haben müssen. Sicherheitspolitische
Schnellschüsse und beständige Versuche, die Macht der
Sicherheitsbehörden auszubauen, sind seit Jahren das Markenzeichen von
CDU und CSU. Mit seriöser Sicherheitspolitik hat das nichts zu tun.
Jetzt steht erst einmal eine umfassende Überprüfung auf der
Tagesordnung, warum die Fülle an Informationen über Anis Amri nicht zu
seiner Festnahme geführt hat“, erklärt Jan Korte, stellvertretender
Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, zu den heutigen Forderungen der
Union nach mehr Kompetenzen für den Bund als Reaktion auf den
Abschlussbericht des Sonderbeauftragte des Berliner Senats, Bruno Jost,
zur Aufarbeitung des Anschlags vom Breitscheidplatz. Korte weiter:
„Zur Aufarbeitung gehört auch, dass alle mit dem Fall in Zusammenhang
stehenden Akten von BKA, Geheimdiensten und Bundespolizei gegenüber dem
Innenausschuss des Bundestages offengelegt werden, damit das Parlament
seiner Kontrollfunktion nachkommen kann. Vielleicht sollten die
Innenpolitiker der Union das Gutachten erst einmal lesen, bevor sie mit
ihren immer gleichen Forderungen um die Ecke kommen. Der
Abschlussbericht zeigt nämlich, dass ein erfolgreiches Vorgehen der
Sicherheitsbehörden eben nicht an fehlenden Befugnissen oder Fähigkeiten
der Sicherheitsbehörden des Bundes gescheitert ist. Vielmehr gab es
offensichtlich Probleme durch fehlendes Observationspersonal, falsche
Lagebewertungen und ungenügende politische Aufsicht. Es bleibt das
Geheimnis der Union, wie mit einer weiteren Zentralisierung der
Sicherheitsarchitektur und der Aushöhlung des Föderalismus diese
Defizite und Fehler beseitigt werden sollen.“
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