„Ministerin von der Leyen lockt junge
Leute in den Krieg“, kommentiert Christine Buchholz,
verteidigungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die neueste
PR-Webserie der Bundeswehr, die am Montag unter dem Titel „Mali“
gestartet wird. Buchholz weiter:
Unter dem Titel „Mali - Einsatz sagt mehr als 1000 Worte“ startet die
Bundeswehr eine Propagandaoffensive für Auslandseinsätze. Ministerin
von der Leyen hat in einem Anschreiben an die Bundestagsabgeordneten
eingeräumt, dass „gerade die Auslandseinsätze einen Vorbehalt“ gegen die
Bundeswehr auslösen können. Tatsächlich ist dieser Vorbehalt mehr als
berechtigt.
Der Drehort, Camp Castor bei Gao, ist einer der gefährlichsten
Einsatzorte überhaupt. Auf dem Papier soll die Bundeswehr dort im Rahmen
einer UN-Militärmission den Frieden sichern. Den gibt es aber nicht. Im
Januar kamen in Gao bei einem Angriff von Aufständischen über 70
malische Soldaten ums Leben. Es hätte auch Bundeswehrsoldaten treffen
können: Camp Castor liegt nur rund 1500 Meter vom Anschlagsort entfernt.
Doch diese Realität wird in der Bundeswehr-PR nicht abgebildet.
Stattdessen wird der Eindruck vermittelt, alles sei ein großes
Abenteuer. Das erinnert an den Roman „Im Westen nichts Neues“ von Erich
Maria Remarque, wo ein Lehrer seine Schüler mit Heldengeschichten für
die Front im Ersten Weltkrieg begeistert. In Gao erwartet die Soldaten
keine Abenteuer. Sondern Hinterhalte, Sprengfallen und eine Bevölkerung,
die den internationalen Truppen zunehmend ablehnend gegenübersteht.
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