• G20-Studie: Deutschland gehört zu größten fossilen Export-Förderern
• Exportkreditagenturen investieren besonders stark in Öl und Gas
• Forderung: Unterstützung für Klimakiller bis 2020 beenden
Berlin,
12.10.2017 Die Exportkreditagenturen der G20-Staaten fördern weltweit
klimaschädliche Projekte in Milliardenhöhe – darunter auch neue Gas- und
Öl-Vorhaben, die die Klimaziele der Weltgemeinschaft direkt
torpedieren. Dies ergibt ein heute veröffentlichter Bericht der NGOs
Friends of the Earth USA, WWF und Oil Change International, den urgewald
in Deutschland mit herausgibt. Für die Studie wurde die Unterstützung
der G20-Staaten für Exportgeschäfte im Energiebereich in den Jahren 2013
bis 2015 untersucht. Sie trägt den Titel: „Financing Climate Disaster:
How Export Credit Agencies Are a Boon for Oil and Gas“.
Exportkreditagenturen
(ECAs) unterstützen durch staatliche Garantien, Versicherungen, Kredite
und Darlehen den Export von Gütern und Dienstleistungen ins Ausland.
Dazu zählen auch zahlreiche Fossil-Projekte, vor allem im Öl- und
Gassektor. Allein hier vergaben die ECAs der G20-Staaten im untersuchten
Zeitraum rund 27 Milliarden Euro jährlich. Knapp 23 Prozent
dieser Summe floss in die Erschließung neuer Öl- und Gasquellen – mit
denen das Einhalten des Pariser Erderwärmungs-Ziels von 1,5 Grad Celsius
kaum haltbar wäre. Durch Öl- und Gasförderung sowie –transport
werden große Mengen Methan freigesetzt, das kurz- und mittelfristig um
ein Vielfaches klimaschädlicher ist als Kohlendioxid.
Im
Gegensatz zu den fossilen Investitionen vergaben die ECAs nur rund 2,5
Mrd. Euro jährlich für vergleichsweise saubere Energieprojekte,
also Solar, Windkraft, Geothermie und kleine Wasserkraftanlagen. Zum
Vergleich: Die Gelder für Öl- und Gasprojekte lagen mehr als elf Mal so
hoch.
Die
größte Unterstützung für Kohle, Öl und Gas kam von Japan (über 11 Mrd.
Euro im Durchschnitt jährlich), gefolgt von Südkorea (mehr als 6 Mrd.
Euro) und den USA (rund 5 Mrd. Euro). Deutschlands ECA Euler Hermes liegt mit jährlich rund 1,5 Mrd. Euro auf Platz 6 der G20. Rund 80 Prozent davon flossen in Öl und Gas.
„Als
einer der wichtigsten Exportförderer für Kohle, Öl und Gas ist
Deutschland auch einer der größten Bremsklötze für die weltweite
Energiewende“, kritisiert Regine Richter, Energieexpertin von urgewald.
„Dass die Bundesregierung noch keinen Sinneswandel anstrebt, zeigt das
Flüssiggas-Projekt Jamal in Russland, das sich große Hoffnungen auf eine
baldige Hermes-Unterstützung machen darf.“ Die Studien-Autoren fordern
die Exportkreditagenturen auf, bis spätestens 2020 ihre fossile
Finanzierung zu beenden, um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu
verhindern.
Weitere Informationen:
Report „Financing Climate Disaster“
Mögliche Hermes-Förderung für Flüssiggasprojekt Jamal

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