Beschlüsse der Schiedsstelle,
die zwischen Hebammenverbänden und Gesetzlichen Krankenkassen vermitteln
sollte, kommen einer Kapitulation vor der desolaten Situation der
Hebammenversorgung gleich. Statt sich am Ziel einer qualitativ
hochwertigen Betreuung von Schwangeren und Wöchnerinnen zu orientieren,
wird die bisherige Mangelverwaltung zementiert. Für Beleghebammen sind
die Einschnitte so gravierend, dass die Zukunft dieser Berufsgruppe
immer ungewisser wird“, erklärt Cornelia Möhring, stellvertretende
Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zu
dem nun bekannt gewordenen Schiedsspruch. Möhring weiter:
„Die Erhöhung der Vergütung ist allerhöchstens ein Trostpflaster für
die viel zu geringen Anpassungen der letzten Jahre. Substantiell
verbessert sich damit rein gar nichts. Und dass allen Ernstes versucht
wird, fehlende Hebammen in der Wochenbettbetreuung durch die ambulante
Betreuung durch Hebammenpraxen zu kompensieren, anstatt sich für mehr
Attraktivität des Berufs stark zu machen und somit dem Ziel einer
flächendeckende Versorgung näher zu kommen, ist fahrlässig. Welche Frau,
die gerade entbunden hat, kann und will denn mal eben zur nächsten
Praxis laufen? Dieser Beschluss ist so realitätsfremd und fernab der
tatsächlichen Bedarfe, dass zu hoffen ist, dass sich diese ‚Alternative‘
nie durchsetzen wird.
Die Versorgung mit Hebammenleistungen gehört zur Grundversorgung der
Bevölkerung. Sie muss wohnortnah erfolgen, zum Beispiel über
Versorgungszentren oder Hebammenstützpunkte. DIE LINKE will den
Hebammenberuf nicht nur erhalten, sondern aufwerten: Hebammen sollen
erste und wichtigste Ansprechperson für Schwangere sein. Das muss sich
auch in der Vergütung niederschlagen. Gegen Personalmangel helfen eine
am Bedarf orientierte Ermittlung des notwendigen Personals ausgehend von
einer Eins-zu-eins-Betreuung sowie eine verlässliche und ausreichende
Finanzierung.“
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