„Der bodenlose Zynismus von
Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist kaum noch zu ertragen. Er
nennt es eine gute Nachricht, dass weniger Menschen auf dem Mittelmeer
sterben – dass aber infolge der Abschottungsmaßnahmen der EU immer mehr
Menschen unter unerträglichen Bedingungen in libyschen Lagern vegetieren
und gequält werden, verschweigt er. Es ist perfide, dass die EU immer
noch mit den als Küstenwache firmierenden libyschen Freischärlern und
undemokratischen Regimen wie der Türkei paktiert, um den Fluchtweg nach
Europa abzuschneiden“, erklärt Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin
der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der heutigen
EU-Innenministerkonferenz im estnischen Tallinn. Die Abgeordnete weiter:
„Mit den in Tallinn diskutierten Vorschlägen zur leichteren und
längeren Einführung von Grenzkontrollen im Schengenraum knicken die
EU-Staaten vor den paranoiden Forderungen der Rechtspopulisten ein. Das
von Kontrollen unbeschwerte Reisen ist eine wichtige Errungenschaft der
europäischen Einigung. Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich
Terroristen durch Kontrollen an den Binnengrenzen stoppen lassen.“
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