„Mit ihrer Agenda der Deregulierung und Flexibilisierung
haben die letzten Bundesregierungen maßgeblich dazu beigetragen, dass
Arbeit Menschen krank macht. Der neueste Vorstoß, das Arbeitszeitgesetz
zu öffnen, kommt daher der vorsätzlichen Körperverletzung nahe“,
kommentiert Jutta Krellmann, gewerkschaftspolitische Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE, die AOK-Studie „Fehlzeit-Report 2017“. Krellmann
weiter:
„Arbeit muss nicht krank machen. Gute Arbeit ist gestaltbar.
Voraussetzung ist, dass die Beschäftigten ihre Arbeitsbedingungen
mitgestalten können und gehört werden. Ich fordere daher eine
Anti-Stress-Verordnung, die den betrieblichen Akteurinnen und Akteuren
garantiert, im Dialog mit den Beschäftigten die Ursachen für psychische
Belastungen zu benennen und gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die
Union hat massiv eine Anti-Stress-Verordnung blockiert. Das zeigt, dass
sie wirtschaftliche Interessen über die Gesundheit der Beschäftigten
stellt.
Als mögliche Gefährdungsfaktoren muss die Anti-Stress-Verordnung
mindestens die Gestaltung der Arbeitsaufgabe, die Arbeitsorganisation
sowie die Bedingungen des Arbeitsplatzes und besonders der Arbeitszeit
berücksichtigen. Für all diese Bereiche sind geeignete
Beurteilungskriterien als Vorgaben für Gefährdungsbeurteilungen zu
entwickeln. Wer sich diesem verschließt, nimmt die Zunahme psychischer
Belastungen billigend in Kauf. Eine Anti-Stress-Verordnung würde
Beschäftigten und Arbeitgebern zeigen, was gegen psychische Belastung
konkret getan werden muss.
DIE LINKE fordert, dass die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit in
einem ersten Schritt von 48 Stunden pro Woche auf 40 Stunden reduziert
wird. Die Arbeitszeit muss sich auch an den Wünschen der Beschäftigten
und nicht nur an den Ansprüchen der Unternehmen ausrichten. Psychische
Belastungen müssen verringert und die Arbeit altersgerecht gestaltet
werden. In diesem Sinne müssen Arbeits- und Gesundheitsschutz verbessert
und um eine Anti-Stress-Verordnung ergänzt werden. Auch ist die
betriebliche Mitbestimmung auszubauen.“
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