„Die jetzt vorgestellte
Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung propagiert ein ‚Weiter so‘,
die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) werden so sicher nicht
erreicht“, sagt Heike Hänsel, entwicklungspolitische Sprecherin und
stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. Hänsel weiter:
„Das Regierungspapier nennt sich ‚Strategie‘, doch ein strategischer
Ansatz zur Bekämpfung von sozialer Ungleichheit, Klimawandel und Hunger
fehlt völlig. Statt sich selbst als Teil des Problems zu begreifen,
feiert die Bundesregierung die eigene Politik als vollen Erfolg. Die
SDGs fordern aber eine Umkehr, kein ‚Weiter so‘. Mit keinem Wort erwähnt
die Bundesregierung Armut und soziale Ungleichheit in Deutschland,
dabei richtet sich die Entwicklungsagenda an jedes Land, Nord und Süd.
Die Förderung menschenwürdiger Arbeit wird ausgerechnet mit dem
Textilbündnis von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) gemessen. Dabei
handelt es sich um reines Greenwashing für die Textilkonzerne. Kik und
Co. dürfen sich mit dem Siegel der Bundesregierung schmücken, gehen aber
keinerlei Verpflichtungen für ihre ausgebeuteten Arbeiterinnen und
Arbeiter im Globalen Süden ein.
Geradezu absurd wird es im Kapitel zum Entwicklungsziel ‘soziale
Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern‘. Dort heißt es: Der
globale Handel könne helfen, Ungleichheit zwischen den Ländern zu
verringern. Die Bundesregierung setze sich daher für eine aktive
Handelspolitik ein, die tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse
abbaue. Dabei ist es genau diese neoliberale Freihandelspolitik, die den
Ländern des Globalen Südens ihre Entwicklungschancen nimmt und Armut
verschärft. Den afrikanischen und karibischen Ländern werden mit
erpresserischen Maßnahmen sogenannte Partnerschaftsabkommen
aufgezwungen, die letztlich nur den großen Konzernen aus der EU dienen.
Wenn die Bundesregierung wirklich die SDGs erreichen wollte, müsste
sie ihre eigene Politik ändern. Denn ein Wirtschaftsmodell, das nur auf
die eigenen Handelsvorteile ausgerichtet ist, Kleinbauern im Süden die
Lebensgrundlage entzieht und aus der Ausbeutung von Natur und Menschen
Profit schlägt, wird die globalen Probleme des 21. Jahrhunderts nicht
lösen, sondern verschärfen.“
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