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29. Januar 2014

Lateinamerikas verbaute Zukunft + Siemens` Beteiligung an Megastaudämmen in Brasilien und Honduras sorgt für Protest auf der Hauptversammlung

Koalition internationaler Nichtregierungsorganisationen

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

Lateinamerikas verbaute Zukunft                                                                                    

Siemens` Beteiligung an Megastaudämmen in Brasilien und Honduras sorgt für Protest auf der Hauptversammlung


München, 28. Januar 2014 – Eine Koalition aus brasilianischen, US-amerikanischen, französischen und deutschen Organisationen (NROs) begleitet die heutige Hauptversammlung der Siemens AG mit lebhaften Protesten. Dabei wird die umstrittene Rolle des Unternehmens in zwei der berüchtigsten Wasserkraftprojekte der Welt angeprangert: Belo Monte und Agua Zarca. Nach der Aktion vor der Olympiahalle wird die internationale Delegation auch direkt an der Hauptversammlung von Siemens teilnehmen. Sie wird dabei von der preisgekrönten brasilianischen Bewegung „Xingu Vivo para Sempre“ (MXVPS) angeführt, die in der Stadt Altamira im Amazonasbecken gegründet wurde. In dieser Region leiden die Menschen unter den schrecklichen Folgen, die die Errichtung des Belo-Monte-Großstaudamms bereits jetzt verursacht.

Die Delegierten werden die Aktionäre auffordern, Vorstand und Aufsichtsrat der Siemens-AG die Entlastung zu verweigern. Denn die Großstaudämme, für die Siemens Schlüsseltechnologien liefert, haben furchtbare Auswirkungen auf Menschen und Umwelt vor Ort.

„Diese Großprojekte verletzen Menschenrechte und missachten UN-Leitlinien, die ILO Konvention 169 zum Schutz indigener Völker, die Empfehlungen der Weltstaudammkommission und selbst die konzerneigenen Richtlinien der Siemens AG“, fasst Christian Russau von der deutschen Initiative GegenStrömung zusammen. „Durch die Beteiligung an diesen Projekten, macht sich der Vorstand mitschuldig an diesem Unrecht.“

„Die europäischen Aktionäre wissen oft nichts von den schlimmen Umweltschäden und den Menschenrechtsverletzungen, die ihre Investitionen in Übersee verursachen,“ sagt Mônica Brito Soares von der Bewegung „Xingu lebt für immer“ (MXVPS). „Die Aktionäre müssen darüber aufgeklärt werden, dass wegen Belo Monte schon über 25 Gerichtsverfahren laufen, weil mehrfach das brasilianische Grundgesetz gebrochen, Umweltgesetze missachtet und die Rechte von Ureinwohnern mit Füßen getreten wurden. Tausende wurden durch Belo Monte vertrieben; auch die Menschen, die am Ufer des Xingu Vivo leben und denen so der Damm ihre Lebensgrundlage und Zukunft entreißt.“

„Genau wie die anderen europäischen Turbinenlieferanten erklärt auch Siemens, dass die durch Belo Monte verursachte Katastrophe nicht ihr Problem sei”, befindet Christian Poirier, von der in den USA ansässigen Organisation Amazon Watch. “Wir werden an der morgigen Hauptversammlung von Siemens teilnehmen, um zu zeigen, dass der Konzern für das Desaster im Amazonas mitverantwortlich ist.”

In Honduras liefert Siemens Turbinen für den 22 MW-Damm Agua Zarca. „Der Bau dieses Wasserkraftwerks verwehrt indigenen Gemeinschaften den Zugang zu ihren Lebensgrundlagen: dem Fluss und ihrem Ackerland. Die Betreiber terrorisieren die einheimischen Gegner mit Unterstützung des Militärs und der Polizei, die sogar schon einen lokalen Anführer umgebracht haben“, betont Andrea Lammers von der deutsch-österreichischen Honduras-Delegation. „Während eine finanzierende Bank und sogar die chinesische Firma SINOHYDRO wegen der Menschenrechtsverletzungen aus dem umstrittenen Projekt ausgestiegen sind, ist bei Siemens nicht das kleinste Anzeichen von Selbstreflexion zu entdecken.




Projekthintergrund:                                                                                                                                

Als Teil des Joint Venture VoithHdyro liefert Siemens Turbinen an verschiedene kontroverse Staudammprojekte, darunter Agua Zarca in Honduras und Belo Monte in Brasilien. Belo Monte,  am Fluss Xingu im Amazonas, soll der drittgrößte Damm der Erde werden. Der Zusammenschluss aus dem französischen Konzern Alstom, der österreichischen Firma Andritz und dem deutschen Gemeinschaftsunternehmen VoithHydro hat einen Vertrag über 500 Mio. Euro mit Norte Energia abgeschlossen, dem für den Bau zuständigen Konsortium. Alle Unternehmen haben jegliche Vorwürfe zurückgewiesen, dass Fertigung und Belieferung des Projekts mit Schlüsseltechnologie sie mitverantwortlich macht für dieses rechtlich fragwürdige und sozial wie ökonomisch desaströse Projekt.

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