13. September 2026

KIKA: Keine Bühne für Rechtsextreme bei logo! | WeAct

KIKA: Keine Bühne für Rechtsextreme bei logo! | WeAct

Eine Kindersendung. Eine jugendliche Schülerin. Ein Rechtsextremist. 30 Minuten Redezeit. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt veröffentlichte der Kinderkanal KiKA von ARD und ZDF bei „logo!“ ein Interview mit den Spitzenkandidaten Sven Schulze (CDU) und Ulrich Siegmund (AfD). Die ehemalige Landesschülersprecherin Lucienne führte das Gespräch. Lucienne wurde medienpraktisch nicht auf die Interviewsituation vorbereitet. Logo! gab die Fragen vor, verzichtete auf einen Faktencheck und ließ die Schülerin damit allein, falschen Behauptungen und menschenverachtenden Positionen etwas entgegenzusetzen. Das Interview bleibt im Netz.

Wir sind ein Kollektiv aus Schüler*innen und stehen an der Seite von Lucienne. Sie ließ sich im guten Glauben auf ein Format ein, für dessen strukturelle Schwächen sie nicht verantwortlich ist, ohne darauf im Vorfeld professionell begleitet oder unterstützt zu werden. Der Sender unterstützte die Schülerin erst, als der öffentliche Druck bereits enorm war. Zu spät. Den anschließenden Shitstorm bekam sie trotzdem ab. Nicht so AfD-Politiker Siegmund, der bei „logo!“ ungehindert über gesonderte Schulklassen für Geflüchtete sprach, die sich aus seiner Sicht "ein schönes Leben auf unsere Kosten machen" und über einen "Wachdienst” an sogenannten Problemschulen.

Trotzdem war für Mecklenburg-Vorpommern ein weiteres Interview nach demselben Prinzip geplant – diesmal mit AfD-Landeschef Enrico Schult. Deshalb hat der Landesschüler*innenrat (LSR) MV Bedingungen formuliert, die das zweite Interview erfüllen muss. Das ZDF konnte sie nicht rechtzeitig umsetzen. Deshalb hat der LSR das Interview abgesagt. Stattgefunden hat es trotzdem: Am 8. September sprang die „logo!“-Redaktion selbst ein.

„logo!“ kann aus der öffentlichen Kritik etwas Besseres machen: Politische Bildung, die Kinder wirklich stärkt. Vor und hinter der Kamera.  Wir fordern ZDF, KIKA und die logo!-Redaktion deshalb auf:
  • Strahlt das AfD-Interview aus Mecklenburg-Vorpommern nicht in diesem Format aus. Rechtsextreme Politiker dürfen in Kindernachrichten keine ungefilterte Bühne bekommen. Prüft ihre Aussagen und ordnet sie journalistisch ein.
  • Entwickelt stattdessen ein kindgerechtes Format über Rechtsextremismus. Erklärt, warum Rechtsextremismus die Demokratie und Menschenrechte bedroht und ordnet demokratiefeindliche Positionen für das junge Publikum verständlich ein.
  • Setzt Kinder und Jugendlichen nicht professionellen Politiker*innen aus, ohne sie angemessen darauf vorzubereiten. Es braucht Medientrainings, Faktenchecks und die Möglichkeit, kritisch nachzufragen. Begleitet sie während des gesamten Prozesses – auch emotional.

Erstunterzeichner*innen:
Teachers for Future Germany e.V. 
Eltern gegen Rechts

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