6. Juli 2019

Klimaschutz in rot... …und grün


Klimaschutz in rot...
Das SPD-Präsidium hat Ende Juni seinen Zehn-Punkte-Plan verabschiedet. Dieser fordert ein Klimaschutzgesetz mit Monitoring-Mechanismus bis Ende des Jahres. Die Regierung müsse den Kohleausstieg verbindlich machen und Sicherheit für den Strukturwandel schaffen, heißt es dort. Ihr Ziel von 65 Prozent Erneuerbaren bis 2030 wollen die Sozialdemokraten gesetzlich verankert sehen. Darüber hinaus fordert das Papier den Ausbau der Sektorkopplung, die Stärkung des EU-Energiebinnenmarkts und Nutzung von Technologie wie Power-to-X. Impulse für eine gerechte Verkehrswende sind etwa die Stärkung von ÖPNV, Rad, Schiene und Elektromobilität. Interessant ist vor allem die Forderung nach einer „angemessenen“ Bepreisung von Kerosin bzw. einer europaweiten „Ticketsteuer“. Für einen klimaneutralen Gebäudebestand sollen Energieeinsparungen im Mietrecht verankert und Sanierungen gefördert werden. Abgaben und Steuern will das SPD-Präsidium nun auf ökologische Weise reformieren: durch eine Bepreisung von CO2 und klimafreundliche Technologien. In der Landwirtschaft setzt man auf Zusammenarbeit mit EU-Institutionen und für Nachhaltigkeit in der Finanzindustrie sieht das Papier eine „Klimaberichterstattung“ für Finanzmarktakteure vor.
…und grün
Auch die Grünen stellten Ende Juni ein Papier vor. Im Fokus stehen auch hier ein schneller Kohleausstieg, der Ausbau der Erneuerbaren und mehr Energieeffizienz. Außerdem wollen die Grünen CO2 einen „fairen Preis“ geben. Für soziale Ausgewogenheit sollen die Einnahmen an Bürgerinnen und Bürger zurückfließen: etwa als Senkung der Stromsteuer oder als „Energiegeld“. Dabei schlagen sie den Preis von 40 Euro pro Tonne CO2 vor, der von einem unabhängigen Gremium angepasst werden soll. Zur Erinnerung: Der reale Preis liegt laut Umweltbundesamt (UBA) bei 180 € pro Tonne CO2. Darüber hinaus entwerfen die Grünen ein Klimaschutzgesetz, das etwa durch die Förderung von „Fairer Wärme“ und energetische Sanierung den Gebäudebestand klimafreundlicher machen soll. Mit Blick auf den Verkehr findet in diesem Papier zunächst die E-Mobilität Erwähnung. Daneben sollen öffentliche Investitionen in Bus und Bahn verdoppelt und mit Hilfe eines Mobilpasses das Nutzen von Öffentlichem Nahverkehr und Car-, Bike-und Ridesharing-Angeboten weiter vernetzt werden. Flugreisen sollen teurer werden und was die Landwirtschaft anbelangt: Die Agrarförderung soll künftig an eine klimafreundliche Produktion gekoppelt sein.
Mehr Parteikonzepte um Klimaschutz finden Sie zum Beispiel hier.

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