„Die
Kritik an der Kampagne „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ ist
heuchlerisch. Bei der tatsächlichen Enteignung von Hartz-IV-Betroffenen
durch zu geringe Mietkostenzuschüsse oder der Enteignung der städtischen
Mieter durch die Mietenexplosion blieb der Aufschrei aus. Mit Wohnungen
darf nicht an der Börse spekuliert werden“, erklärt Caren Lay,
stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE anlässlich
der aktuellen Debatte um Enteignungen von großen
Wohnungsbaugesellschaften. Lay weiter:
„Deutsche Wohnen,
Vonovia und Co. betreiben eine aggressive und rücksichtslose
Mietsteigerungspolitik auf Kosten der Mieterinnen und Mieter. Der
Deutsche Wohnen-Chef Michael Zahn zahlte sich 2018 ein Jahresgehalt von
4,5 Millionen € aus. Erwirtschaftet wurde dieses von meist armen
Mieterinnen und Mietern. Auch das ist Enteignung.
Der eigentliche
Skandal ist, dass mit Wohnungen an der Börse gehandelt werden darf. Die
Bundesregierung hat es verpasst, der rücksichtslosen Gewinnmaximierung
der Wohnungskonzerne einen Riegel vorzuschieben. Mietwohnungen dürfen
nicht an der Börse gehandelt werden. Wohnen ist ein Grundrecht und keine
Ware!
Ich freue mich, dass der Grünen-Vorsitzende Robert Habeck
jetzt die Position der LINKEN zum Thema Enteignung unterstützt. Das
überzeugt dann vielleicht auch den Berliner Landesverband der Grünen,
der es am Wochenende verpasst hat, sich auf dem Parteitag in dieser
Frage klar zu positionieren. Die SPD muss sich fragen lassen, ob sie,
wie ihre Vorsitzende Andrea Nahles, die Argumentation von FDP und
Immobilienlobby übernimmt oder ob sie Artikel 15 des Grundgesetzes
verteidigen will, der ja nicht zuletzt durch den Druck der
Sozialdemokratie ins Grundgesetz gelangt ist.“
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