„Der
deutsche Finanzminister entwaffnet die EU diplomatisch gegenüber den
USA. Er ermöglicht Donald Trump mit dem bilateralen Abkommen, sich
weiter den Vorgaben der OECD zum automatischen und wechselseitigen
Informationsaustausch zu entziehen. Dabei würde nichts den
Finanzminister daran hindern, die Informationen von in Deutschland
tätigen US-Konzernen einseitig zu verlangen“, kommentiert der
stellvertretende Vorsitzende und finanzpolitische Sprecher der Fraktion
DIE LINKE, Fabio De Masi, die Einigung des Finanzministers Olaf Scholz
mit der US-Regierung über den spontanen Austausch von länderspezifischen
Konzernberichten. De Masi weiter:
„Scholz hat in
Washington keine Munition im Colt. Denn er torpediert mit dem deutschen
Veto gegen öffentliche Länderberichte von Konzernen in der EU den Kampf
gegen Steueroasen. Scholz schadet damit deutschen und europäischen
Interessen. Denn Deutschland hat als viertgrößte Volkswirtschaft der
Welt trotz fataler Exportabhängigkeit mittelfristig mehr zu gewinnen als
zu verlieren, wenn Unternehmen gezwungen werden, ihre Gewinne da zu
versteuern, wo sie erwirtschaftet werden.
Quellensteuern auf
Finanzflüsse in Steueroasen sind die einzige Sprache, die Trump, Apple
oder Amazon verstehen. Mit der Androhung von Quellensteuern haben die
USA selbst Liechtenstein und die Schweiz beim Informationsaustausch
unter Druck gesetzt. Ein sozialdemokratischer Finanzminister sollte
endlich den Widerstand aufgeben gegen öffentliche Länderberichte von
Konzernen in der EU, wie sie im Banken- und Rohstoffsektor längst üblich
sind."
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