Zum Welt-Ei-Tag am 14.10. erklären Nicole Maisch, Sprecherin für Tierschutz, und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:
Bei
den Eiern tut sich was: Von den knapp sechs Milliarden Eiern, die
Hennen im ersten Halbjahr 2016 in Deutschland gelegt haben, wurden 64
Prozent in Betrieben mit Bodenhaltung produziert, 18 Prozent der Eier
stammten aus Freilandhaltung und zehn Prozent, also 600 Millionen Eier
aus Öko-Betrieben. Leider stammen noch immer acht Prozent der Eier von
Hennen, die in so genannten ausgestalteten Käfigen leben. Diese
nicht-tiergerechte Haltungsform ist in Deutschland ab 2025 verboten,
denn Hennen gehören nicht in Käfige. Es war ein großer politischer
Erfolg, dass dieses Verbot gegen den Willen der Unionspolitiker auf
Druck der grünen Länderminister durchgesetzt werden konnte. Wir wollen
ein Ende der Käfighaltung, auch wenn der Käfig als „ausgestaltet“
bezeichnet wird.
In
der Eierproduktion bleiben dennoch viele Probleme ungelöst. Noch immer
hat Landwirtschaftsminister Schmidt keinen verbindlichen Zeitpunkt zum
Verbot des millionenfachen Kükenschredderns festgelegt. Das
Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Münsters hat im Mai 2016
entschieden, dass es einer nationalen Regelung bedarf, um das Schreddern
zu beenden. Doch Minister Schmidt bleibt uneinsichtig. Und so geht das
millionenfache sinnlose Töten frischgeschlüpfter männlicher Küken weiter
– auch am heutigen Welt-Ei-Tag.
Auch
bei der Haltung der Elterntiere von Legehennen gibt es dringenden
Handlungsbedarf. Bisher sind die Elterntiere nicht in der
Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aufgenommen und es liegen keine
speziellen Bedingungen vor, wie diese Tiere gehalten werden müssen.
Studien und Berichte legen nahe, dass es dort zu massiven
Tierschutzproblemen kommt. Doch bisher blieb unser Drängen, ausnahmslos
alle Nutztiere in die entsprechende Verordnung aufzunehmen, im
Ministerium ungehört. Vor Postern mit glücklichen Hühnern und Kühen zu
posieren, ist das eine – handfesten Tierschutz zu betreiben ist etwas
anderes.
Wir
haben nach jahrelangen politischen Kämpfen erreicht, dass
unverarbeitete Eier gekennzeichnet werden müssen und man erkennen kann,
unter welchen Bedingungen die Hühner gehalten werden. Doch noch ist es
unmöglich, bei verarbeiteten Produkten zu erkennen, woher die Eier
stammen. Bei Kuchen, Kekse oder Nudeln ist eine Kennzeichnung nicht
vorgeschrieben. Genau die fordern wir von der Bundesregierung.
Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auch bei verarbeiteten
Eiern auf eine transparente Kennzeichnung verlassen können, nur so
können sie sich für artgerecht erzeugten Produkten entscheiden.
Wenn
Minister Schmidt sich gegen eine solche Deklaration sträubt, nimmt er
den Betrieben die Chance zur Weiterentwicklung. Denn seitdem in Jahr
2004 die Eierkennzeichnung für Schaleneier eingeführt wurde, ist der
Marktanteil von Eiern aus alternativen Haltungsformen auf über 95
Prozent gestiegen.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
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