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29. Dezember 2014

Amtlicher und ehrenamtlicher Naturschutz müssen ineinandergreifen: „Artenvielfalt ist eine gesellschaftliche Aufgabe“

(BUP) „Schade um das Papier – das fällt mir zum Aktionsplan der Landesregierung von Ministerpräsident Reiner Haseloff zum Erhalt der Artenvielfalt ein.“ Ohne viele Worte kritisiert so der umweltpolitische Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Dietmar Weihrich, die Arbeit der Landesregierung, wenn es um die Biodiversität geht. „Natur- und Artenschutz ist wichtig für unsere kulturelle Identität. Die Artenvielfalt müssen wir von daher als gesellschaftliche Aufgabe begreifen. Mit einer reinen Auflistung bisheriger Aktivitäten will die Landesregierung diese Aufgabe als erledigt abstempeln. Das aber bringt uns da keinen Millimeter weiter.“

Die Landesregierung müsse umsteuern und ihren Aktionsplan vom Kopf auf die Füße stellen, fordert der bündnisgrüne Politiker Weihrich. „Wenn dieses Umdenken bei der Landesregierung nicht jetzt einsetzt, nimmt sie das Aussterben vieler Tierarten billigend in Kauf.“ Mit der Großtrappe und dem Rotmilan greift Weihrich zwei Tierarten exemplarisch heraus. „Von einer aktiven und vorsorgenden Naturschutzpolitik durch die Landesregierung kann hier keine Rede sein.“  


Im Fiener Bruch ist der Bestand der Großtrappen seit 2011 zwar von 17 auf 43 gestiegen. Ausgewildert wurden aber seit 2011 etwa 17 Großtrappen pro Jahr. Die Anzahl der Jungvögel hingegen sank nach einem kurzen Anstieg von drei auf fünf wieder auf nur einen Jungvogel in 2013. „Diese Zahlen belegen, dass die Population im Fiener Bruch noch nicht überlebensfähig ist. Dafür hätten im Fiener Bruch im Jahr 2013 elf Jungvögel flügge werden müssen“, erklärt Weihrich.

Die zweite Vogelart, die Weihrich in Gefahr sieht, ist der Rotmilan. Seit Mitte der ´90er Jahre ist der Bestand dieser Greifvogelart in Sachsen-Anhalt um 50 Prozent zurückgegangen. Weihrich: „Sachsen-Anhalt hat eine besondere Verantwortung für den Schutz des Rotmilans. Aus diesem Grund müssen wir jetzt in Sachsen-Anhalt seinen Bestand schützen und stärker fördern. „Es geht nicht nur darum, dass der Rotmilan ein Symbol für Sachsen-Anhalt ist, sondern es geht um das ökologische Gefüge in unserer Kulturlandschaft insgesamt. Denn dieser Greifvogel der Agrarlandschaft steht wie kein anderes Tier für die ökologischen Zusammenhänge von Landschaften.“


Vom Feldhamster über die Rotbauchunke bis hin zum Mausohr, vom zierlichen Brillenschötchen über das Zwerg-Zypergras bis hin zum stängellosen Tragant - überall besteht großer Handlungsbedarf, um die Artenvielfalt zu erhalten. „Bei allen Maßnahmen wird es darauf ankommen, dass der amtliche und der ehrenamtliche Naturschutz wie Zahnräder ineinandergreifen“, meint Weihrich. „Nur so wird der Naturschutz wieder ein positives Image gewinnen.“ 


Weihrich kündigt an, dass die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auch 2015 die Tatenlosigkeit der Landesregierung von Ministerpräsident Reiner Haseloff im Naturschutz thematisieren werde. Der Schwerpunkt solle dabei auf den Arten liegen, für deren Erhaltung die Landesregierung eine besondere Verantwortung trägt sowie auf der Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien, die von der Landesregierung ebenfalls seit Jahren verzögert würde.

„Es ist an der Zeit, dass die Landesregierung bei der Naturschutzpolitik insgesamt umsteuert. Sie muss die Bedeutung der Arten für unsere kulturelle Identität und unsere ethische Verantwortung für den Erhalt der Schöpfung betonen.“
Dietmar Weihrich, umweltpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

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