„Der
Bericht der UN-Mission in Afghanistan beweist ein weiteres Mal, wie
unverantwortlich es ist, Flüchtlinge in dieses Land abzuschieben“,
kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla
Jelpke, die jüngste Bilanz der UNAMA-Mission in Kabul. Ihr zufolge ist
die Zahl ziviler Anschlagsopfer im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent
angestiegen. Jelpke weiter:
„Während die Vereinten
Nationen ein ,extremes Niveau' von Anschlägen verzeichnen, behandelt die
Bundesregierung Afghanistan wie ein sicheres Herkunftsland und lässt
Abschiebungen durchführen. Das ist realitätsfremd und menschenfeindlich.
Der
UN-Bericht räumt ausdrücklich mit der Legende des früheren
Bundesinnenministers Thomas de Maizière auf, Zivilisten seien nicht
Ziele, sondern ,nur' Opfer von Taliban und Islamischem Staat: Mehrfach
bekräftigt die UN-Mission, dass die Anschläge gezielt und direkt auf
zivile Einrichtungen und zivile Personen verübt werden.
Ein
normales Leben in Afghanistan ist nicht ansatzweise möglich, weil
jederzeit die Gefahr besteht, Opfer eines Sprengsatzes oder eines
Selbstmordattentäters zu werden. Die Konsequenz aus der weiter
verschärften Lage muss sein, Abschiebungen an den Hindukusch sofort zu
stoppen. Denn Abschiebungen töten - das ist im Fall Afghanistan bittere
Realität.“
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen