„Es würde der Bundesregierung gut
anstehen, die Interessen ihrer Bürger so konsequent zu vertreten, wie
das die Regierung der Wallonie macht. Zu Recht befürchtet die Regierung
der Wallonie zum Beispiel deutliche Konkurrenznachteile für ihre Bauern.
Die bewirtschafteten Flächen in Kanada sind deutlich größer als in
Europa, die Produktionskosten damit geringer. Die Befürchtung eines
Sterbens von kleinen Höfen in Europa bei offenen Märkten für
Agrarprodukte aus Kanada liegt damit auf der Hand. Bei uns kümmert das
die Bundesregierung offensichtlich nicht“, erklärt Klaus Ernst,
stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der
Ablehnung des CETA-Abkommens mit Kanada durch die Wallonie. Ernst
weiter:
„Das Vorgehen der europäischen Union und der Wirtschaftsminister
seiner Mitgliedsstaaten, das Abkommen auf Biegen und Brechen
durchzusetzen, bevor die nationalen Parlamente darüber entschieden
haben, erhöht die Vorbehalte gegenüber der Europäischen Union. Der
Druck, der gegen die Wallonen jetzt ausgeübt wird, ignoriert den Willen
der Bürgerinnen und Bürger und schadet der Demokratie. Auch die
Bunderegierung ignoriert die Vorbehalte der Bürgerinnen und Bürger und
sogar die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts.“
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