22. August 2013

Pazifist in unfriedlicher Umgebung, Sonntag, 1.9.2013, 15.00 Uhr, Reinfeld


Pazifist in unfriedlicher Umgebung


Der Kriminalpräventive Rat und die VHS laden im „Reinfelder Nachdenkjahr 2013 – 80 Jahre nach 1933“ zu einem Vortrag ein:


Helmut Donat, Historiker und Verleger aus Bremen spricht über Paul von Schoenaich: „Pazifist in unfriedlicher Umgebung“ Sonntag, 1.9.2013, 15.00 Uhr in der Alten Schule, Matthias Claudius Straße 29

 
Vorher, um 11.30 Uhr ist ein Besuch des Stadtmuseums möglich mit dem Schwerpunkt Paul von Schoenaich und seine Zeit.


Nach dem Vortrag ist Gelegenheit zu einer Tasse Kaffee im Gut Trenthorst, das vom Oldesloer
Unternehmer Bölck der Deutschen Friedensgesellschaft unter Paul von Schoenaich zur Verfügung
gestellt worden war.


Gegenüber der Reinfelder Kirche im Park, der erst kürzlich von einer Bebauung verschont
geblieben ist, steht ein großer Feldstein zur Erinnerung an Paul von Schoenaich (Der Park könnte
eigentlich Paul-von-Schoenaich-Park genannt werden). Paul von Schoenaich lebte in Reinfeld von
1919 bis zu seinem Tod im Jahr 1954.


Besonders bemerkenswert: Die Hauptstraße wurde am 16. Februar 1946, seinem 80. Geburtstag,
schon zu Lebzeiten dieses bedeutenden Reinfelder Bürgers in Paul-von-Schoenaich-Straße
umbenannt.


Weshalb wurde Paul von Schoenaich diese ungewöhnliche große Ehre zuteil?
Pazifist und General – wie geht das zusammen?


Wie hat er sich für sein großes Ziel, das friedliche Zusammenleben aller Völker eingesetzt?
Mit welcher Absicht überhaupt kam er als „reifer“ 53-Jähriger nach Reinfeld?
Wo und wovon hat er hier gelebt?
Wie war sein Kontakt zu den Reinfeldern?
Wie erging es ihm während der NS-Diktatur?


Nur einige Fragen, die helfen können, sich dieser eindrucksvollen Persönlichkeit anzunähern.
Wer sein schon seit langem abgerissenes Haus an der Ahrensböker Straße / Ecke Herrenhusen noch
erlebt hat, erinnert sich vielleicht an die Aufschrift „Aus der Kette“:


Ein Kommando aus der Seefahrt. Wenn der Anker fiel, rauschte die Kette mit Tempo über das Deck
und konnte höchst gefährlich werden, wenn man ihr zu nahe kam. Zwischen den Kommandos „Klar
zum Ankern!“ und „Fallen Anker!“ kam deshalb der Warnruf „Aus der Kette!“


Für Paul von Schoenaich bedeutete dies, so schreibt er 1928 in seinem Buch „Zehn Jahre Kampf für
Frieden und Recht“, frei zu sein von den Zwängen der Gesellschaft und des Erwerbs, als er 1919
nach 28 erfolgreichen Berufsjahren zunächst als Marineoffizier und zuletzt als Generalmajor im
Kriegsministerium sich Reinfeld als Alterssitz auswählte.


Seine Schriften, vehemente Plädoyers für Frieden und Gerechtigkeit und Stellungnahmen zur
deutschen und zur Weltpolitik können die Leser auch heute noch beeindrucken durch sein starkes
Engagement, seine oft klare Analyse und seinen politischen Weitblick. Auch hatte er die Stärke, zu
Änderungen in seinen Ansichten und zu Irrtümern zu stehen.


Am Karpfenfest-Sonntag kann man Paul von Schoenaich näher kennenlernen und Antworten auf die
Fragen erhalten. Der Eintritt ist frei, es gibt eine Hutkasse.




Pressemitteilung Kriminalpräventiver Rat Reinfeld

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