(BUP) Die Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Heide Schinowsky aus Brandenburg und Dr. Gerd Lippold aus Sachsen
begleiten am 25. November eine Protestaktion von Lausitzer Initiativen
vor der Zentrale des halbstaatlichen Energiekonzerns CEZ in Prag gegen
den Kauf von Vattenfalls Braunkohlesparte. Im Anschluss daran werden
sich die Politiker der GRÜNEN zu internen Gesprächen mit tschechischen
Energie-Experten treffen, um über die Perspektive der Lausitzer
Braunkohle zu diskutieren. Im Mittelpunkt stehen hierbei
energiewirtschaftliche Aspekte.
Nach Ansicht der GRÜNEN will der
schwedische Staatskonzern Vattenfall seine Braunkohle-Sparte nicht nur
wegen der schwedischen Klimaschutzziele schnellstmöglich abstoßen,
sondern auch weil die Braunkohlewirtschaft in Deutschland vor enormen
Ertragsrisiken steht.
"Unumgängliche, ernsthafte
Klimaschutzbemühungen werden die Braunkohleverstromung durch hohe
CO2-Kosten oder Grenzwert-Vorgaben rasch ökonomisch unattraktiv machen.
Ein Gutachten des Marktspezialisten Energy Brainpool betrachtet solche
Szenarien und kommt zu dem Schluss, dass das heutige Braunkohlegeschäft
von Vattenfall schon ab 2022 keinerlei positiven Deckungsbeitrag mehr
abwerfen könnte", erklärt Dr. Lippold, energiepolitischer Sprecher der
GRÜNEN-Landtagsfraktion Sachsen.
"Der Barwert und damit
Kaufpreis für die Vattenfall-Sparte liegt bei Berücksichtigung der
Klimaschutz-Erfordernisse heute bestenfalls bei 500 Millionen Euro. Die
erheblich höheren Bergbau-Folgekosten sind darin noch nicht einmal
enthalten", führt er weiter aus.
"Ein potenzieller Käufer hätte somit
kaum eine Chance, einen positiven Kaufpreis zu verdienen, aber die
finanzielle Verantwortung für die Bergbaufolgen in Milliardenhöhe zu
tragen."
Bislang haben neben CEZ auch die tschechischen Konzerne
Czech Coal-Vršanská uhelná und EPH Interesse am Erwerb der
Braunkohlesparte von Vattenfall bekundet. Vattenfall hofft, die
Braunkohlesparte für etwa zwei Milliarden Euro zu verkaufen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen