(BPP) Hamburg will offenbar dem Netzwerk gentechnikfreier Regionen in
Europa beitreten. Das hat die SPD-Abgeordnete und
Umweltausschuss-Vorsitzende Annegret Krischok angekündigt. Damit macht
die SPD endlich den Schritt, den die Grünen seit Beginn der Wahlperiode
fordern.
Seit 2011 liegt ein Antrag der Grünen
Bürgerschaftsfraktion (Drs. 20/272) vor, der einen Beitritt Hamburgs zum
Netzwerk der gentechnikfreien Regionen fordert. Nachdem die Drucksache
fast drei Jahre im Ausschuss lag, kommt nun offensichtlich Bewegung in
die Sache.
Heidrun Schmitt, Sprecherin der Grünen
Bürgerschaftsfraktion für Verbraucherschutz erklärt hierzu: „Es freut
mich, dass der Hamburger Senat endlich ein klares Zeichen für
Gentechnikfreiheit setzen will. Ich begreife aber nicht, warum man damit
fast drei Jahre warten musste. Ich gehe nun davon aus, dass der
Umweltausschuss unserem Antrag bald zustimmt und Hamburg dann rasch dem
Netzwerk beitreten kann. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen
lehnt Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Da ist es nur konsequent,
wenn auch Hamburg dies verbindlich zum Ausdruck bringt.“
Hintergrund
Das
„Europäische Netzwerk der gentechnikfreien Regionen“ wurde im Jahr 2003
von zehn europäischen Regionen gegründet. Im Jahre 2005 wurde die
„Charta gentechnikfreier Regionen“ (Charta von Florenz) beschlossen, in
der die Ziele und Aufgaben der Initiative sowie das Bekenntnis zur
Gentechnikfreiheit beschrieben sind. Dem Netzwerk gehören derzeit über
fünfzig europäische Regionen an. Darunter sind zahlreiche Regionen aus
Italien und Frankreich, beispielsweise die Toskana, die Bretagne und die
Normandie. Von den deutschen Bundesländern haben sich bisher Thüringen,
Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen dem
Netzwerk angeschlossen und die zugehörige „Charta von Florenz“
unterzeichnet. Niedersachsen und das Saarland haben ebenfalls
beschlossen, demnächst dem Netzwerk beizutreten.
In einer Umfrage
im Auftrag des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2009 lehnten 87 Prozent
der 2000 Befragten aller gesellschaftlichen Gruppen den Einsatz von
Agro-Gentechnik ab. Für rund die Hälfte der Studienteilnehmer fiel ein
Verbot gentechnisch veränderter Organismen in die Antwortkategorie „sehr
wichtig“.
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