(BPP) Der Baumschwund in Hamburg setzt sich fort. 2012 wurden im
Stadtgebiet mehr als doppelt so viele Straßenbäume gefällt wie
nachgepflanzt. Das wird aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der
Grünen deutlich. Die Grünen fordern vom Senat, den Schwund zu stoppen
und den Baumbestand mindestens konstant zu halten.
Martin Bill,
umweltpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, erklärt:
„Der Baumschwund in Hamburg geht leider weiter. Die Stadt ist bei der
Nachpflanzung von Straßenbäumen immer noch im Minus. 2012 wurden mehr
als doppelt so viele Straßenbäume gefällt wie nachgepflanzt. 2.073
Fällungen standen nur 941 Nachpflanzungen gegenüber Insgesamt liegt das
Minus seit 2010 bei knapp 2.000 Bäumen.
Auch die teure Pflanz-
und PR-Aktion ,Mein Baum - Meine Stadt‘“ des Senats im Jahr 2011 konnte
das Nachpflanzdefizit kaum ausgleichen. Wir hatten damals kritisiert,
dass fast die Hälfte der eingenommenen Spenden der Hamburgerinnen und
Hamburger für PR-Kosten verwendet wurden.
2011 hat die
Umweltsenatorin noch zu fast jedem neuen Baum einen Fototermin gemacht
und den Spaten geschwungen. Nach einem Anstieg der Pflanzzahlen hat der
Elan des Senats aber schon im Folgejahr wieder spürbar nachgelassen: Im
Jahr 2012 fiel die Anzahl der nachgepflanzten Bäume jedoch wieder - und
zwar deutlich um fast 75 Prozent auf nur noch 941 Stück. Das Engagement
des Senats erweist sich also im Nachhinein als einmalige PR-Show, um
sich im Jahr der Umwelthauptstadt nicht vollkommen zu blamieren.
In
einer wachsenden Stadt wie Hamburg müsste der Baumbestand ebenfalls
wachsen. Hamburg zeichnet sich durch seine grüne Lunge aus, die Ausdruck
von Lebensqualität für die Hamburger Bürgerinnen und Bürger ist. Es
gibt einen breiten gesellschaftlichen Konsens, dass Bäume zu schonen und
gefällte Bäume zu ersetzen sind. Diesem Bedürfnis der Bürgerinnen und
Bürger muss der Senat nachkommen.“
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen