„Allein
in den ersten vier Monaten dieses Jahres hat die Bundesregierung
Kriegswaffen für fast eine halbe Milliarde Euro verkauft. Die Ausfuhr
von nahezu 40 Prozent mehr Kriegswaffen als im Vorjahreszeitraum in
einer Welt, in der die Konflikte jeden Tag zunehmen, ist völlig
unverantwortlich", erklärt Sevim Dagdelen, Obfrau im Auswärtigen
Ausschuss und abrüstungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE,
anlässlich der Antwort der Bundesregierung auf ihre Schriftliche Frage
zur Ausfuhr von Kriegswaffen im ersten Halbjahr 2020. Dagdelen weiter:
„Gerade
mit den Kriegswaffenexporten an Ägypten und die Türkei befeuert die
Bundesregierung die Konflikte in und am Mittelmeer und verletzt damit
sogar die eigenen laxen Rüstungsexportrichtlinien in eklatanter Weise.
Insbesondere an das Erdogan-Regime dürfen Rüstungsexporte weder
genehmigt noch ausgeliefert werden. Das gilt angesichts des Seegrenzen-
und Erdgasstreits mit den EU-Mitgliedern Zypern und Griechenland auch
für den maritimen Bereich. Wer sein eigenes Bekenntnis, international
mehr Verantwortung zu übernehmen, ernst nehmen würde, müsste die Exporte
von Kriegswaffen in alle Welt stoppen.
Es ist mit dem Grundgesetz
nicht vereinbar, dass die Bundesregierung ihre Genehmigungen für
Waffenexporte zur Geheimsache macht. Die Öffentlichkeit hat ein Recht
darauf zu erfahren, welche Rüstungsgüter mit Genehmigung der
Bundesregierung insbesondere an Autokratien wie Ägypten und die Türkei
geliefert wurden."
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