(BUP) Im Saarland bewirtschaften 13,6 Prozent der erzeugenden Betriebe
11,8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche nach den Kriterien des
Ökologischen Landbaus. Zum Vergleich: Bundesweit sind es 8,2 Prozent der
Betriebe und 6,4 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche. „Sowohl beim
prozentualen Anteil der Öko-Betriebe, als auch bei den ökologisch
bewirtschafteten Flächen liegen wir deutlich über dem
Bundesdurchschnitt“, informierte Umwelt- und Agrarminister Reinhold
Jost. Er empfing Spitzenvertreter des Öko-Verbandes Naturland zu einem
Meinungsaustausch in Saarbrücken.
„Für Naturland gehören
Öko-Landbau und die Solidarität zwischen den Landwirten zusammen“,
erklärte Hans Bartelme, Naturland Bauer und Mitglied des Naturland
Präsidiums, zu den Besonderheiten des Verbands. „Bei Naturland werden
auch die kleinen und internationalen Betriebe mitgenommen. Als
internationaler Verband ist es uns ein besonderes Anliegen den
Öko-Landbau weltweit weiterzuentwickeln“, betonte der Naturland Bauer.
„Um
die nächste Generation an Landwirten von der ökologischen
Wirtschaftsweise zu überzeugen, spielt die Ausbildung in den
Berufsschulen eine Schlüsselrolle“; sagte Michael Lahnert, Naturland
Bauer und Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz. „Es ist wichtig, den
Öko-Landbau verpflichtend für alle Landwirtschaftsschüler in den
Lehrplänen der Berufsschulen fest zu verankern“, unterstrich er.
Minister
Jost hob die gemeinsame Haltung des Saarlands und des Öko-Verbandes
Naturland zur Revision der EU-Öko-Verordnung hervor. Beide waren sich
darin einig, dass sich die Bundesregierung insbesondere für eine
pragmatische Lösung der Importregelungen von Öko-Produkten einsetzen
muss. Kommission und Rat wollen durchsetzen, dass die EU-Öko-Verordnung
zukünftig in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo die Bauern unter
völlig anderen klimatischen Voraussetzungen als in Europa produzieren,
1:1 umgesetzt werden soll. „Die Bauern in diesen Ländern würden dadurch
von den europäischen Märkten abgeschnitten werden. Das hätte negative
Folgen für deren Einkommenssituation und würde die Umweltleistung in den
betroffen Ländern konterkarieren“, betonte Bartelme.
Das Saarland
plant eine gemeinsame Stellungnahme zum aktuellen Stand der Revision der
EU-Öko-Verordnung gemeinsam mit Rheinland-Pfalz, Luxemburg und der
Arbeitsgruppe Ökologischer Landbau. Minister Jost lud Naturland ein,
sich beim Formulieren dieser Stellungnahme gemeinsam mit dem Bioland
Verband einzubringen.
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