Samstag Demonstration in Hamburg gegen Gefahrengebiete, 18.01.2014
Samstag Demonstration in Hamburg gegen Gefahrengebiete
BBU-Pressemitteilung vom 17.01.2014
(Bonn, Hamburg, 17.01.2014) Ebenso wie viele Initiativen und
Aktonsgruppen ruft auch der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz
(BBU) dazu auf, am Samstag (18. Januar) in Hamburg gegen willkürlich
festgelegte "Sonderrechtszonen" und "Gefahrengebiete" zu demonstrieren.
Seit dem 4. Januar 2014 befanden sich in Hamburg weite Bereiche von
Altona, St. Pauli und der Sternschanze im polizeilichen Ausnahmezustand.
Die Polizei selber befugte sich durch die Einrichtung einer als
„Gefahrengebiet“ bzw. mehrerer als „Gefahreninseln“ bezeichneten
Sonderrechtszonen dazu, willkürlich Personenkontrollen durchzuführen
sowie Aufenthaltsverbote und Platzverweise auszusprechen. Für
AnwohnerInnen, ArbeitnehmerIinnen und Menschen, die sich in diesem
Bereich bewegen, hatte dieses Vorgehen drastische Folgen: Sie waren
ständig der Gefahr einer polizeilichen Kontrolle ausgesetzt, mussten
überlegen, was sie wohl anziehen könnten um nicht in das Visier der
Polizei zu geraten.
Rückendeckung für die
verdachtsunabhängigen Kontrollen bekam die Polizeiführung von
Bürgermeister Olaf Scholz, seinem Innensenator Michael Neumann und dem
SPD-Senat, denen eine Ablenkung von den drängenden politischen
Konflikten in dieser Stadt gerade recht zu kommen schien. Dieses
Vorgehen stieß auf breite Kritik und auf umfangreiche Proteste.
Inzwischen wurden die "Sonderrechtszonen" und "Gefahrengebiete" wieder
aufgehoben. Dennoch wird am Samstag ein breites Bündnis gegen die
Polizeiwillkür in Hamburg auf die Straße gehen. Bei der Demonstration
wird es um die Flüchtlingspolitik, um die Wohnungspolitik und um
autonome Freiräume, sowie um Grund- und Freiheitsrechte gehen.
Ebenso wie die Initiativen in Hamburg verwahrt sich auch der BBU
entschieden gegen den wiederholten Versuch, die sich verschärfenden
sozialen Konflikte, die durch die rücksichtslose Durchsetzung einer
neoliberalen Politik verursacht werden, mit Mitteln des
Repressionsapparates in ein Kriminalitätsproblem umzudeuten. Der BBU
weiß aus seiner über vierzigjährigen Geschichte, dass auch bereits in
der Vergangenheit versucht wurde, aufkommende Proteste z. B. gegen
Atomanlagen oder gegen Fluggafenerweiterungen immer wieder mit
Polizeigewalt zu unterbinden. Auch die Durchsetzung der
Castor-Atommüll-Transporte nach Gorleben bot dafür immer wieder traurige
Beispiele.
Der BBU fordert, dass die Bevölkerung bei der
Planung von Großprojekten nicht ausgeklammert wird und dass die
drängenden sozialen Probleme zugunsten der Betroffenen schnellstens
gelöst werden. Die zunehmende Verarmung muss gestoppt und Flüchtlingen
muss in der Bundesrepublik ein dauerhaftes und sicheres Leben
gewährleistet werden.
Mit Blick auf die zwischenzeitlich
aufgelösten Gefahrengebiete betont der BBU, dass es in Hamburg nach wie
vor ein Gefahrengebiet gibt, das aber bisher nicht als Gefahrengebiet
ausgewiesen wurde. Es handelt sich dabei um den Hafenbereich, in dem
ständig hochgefährliche Atom- und Chemietransporte abgewickelt werden.
Vor diesen Gefahren muss die Bevölkerung geschützt werden.
Die
Demonstration beginnt am Samstag um 13.00 Uhr an der U-Bahn-Station
Feldstraße. Weitere Informationen zu den Hintergründen der Demonstration
und eine Übersicht der Initiativen, die zur Teilnahme an der
Demonstration aufrufen, findet man im Internet unter http://www.rechtaufstadt.net/
.
Engagement unterstützen
Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen,
Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat
seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und
engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die
themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken.
Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche
Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen
die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für
umweltfreundliche Energiequellen
Zur Finanzierung seines
vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der
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Kontonummer: 19002666.
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