Berlin (ots) - Wir Menschen zerstören die Erde in einem Maße wie nie zuvor. Und damit schaden wir nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern vor allem uns selbst.
Die meisten Wissenschaftler sind sich einig: Es gibt einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Dann sind die Schäden, die wir angerichtet haben werden, so gravierend, dass wir sie nicht mehr beheben können. Fukushima, Belomonte, Deepwater Horizon, das Bienensterben - Schritt für Schritt, Katastrophe für Katastrophe kommen wir diesem Punkt näher.
Doch was ist eigentlich mit den Verursachern? Die aktuelle Rechtslage in den meisten EU-Mitgliedsstaaten sieht keine ernstzunehmenden Strafen für die erhebliche Zerstörung von Ökosystemen, genannt: Ökozid, vor. Die Geldstrafen, wenn sie denn überhaupt verhängt werden, sind verschwindend gering im Vergleich zu den Gewinnen, die mit umweltgefährdenden Praktiken erwirtschaftet werden. Die Zeche zahlen aktuell vor allem zukünftige Generationen, die Steuerzahler und Menschen in Entwicklungsländern, in die viele der schädlichen Handlungen ausgelagert werden.
Aktuell versucht eine Europäische Bürgerinitiative, diese Ungerechtigkeit zu beenden. Sie fordert, Firmen, Banken, Regierungen oder Privatpersonen, die Ökozid begehen, fördern oder genehmigen, haftbar zu machen. Auch die Behebung der angerichteten Schäden wird gefordert. Zudem soll das Gesetz präventiv greifen, d.h. hochriskante Aktivitäten verbieten, noch bevor es zu Unfällen kommt. Neben der regulierenden Funktion schüfe ein solches Gesetz also Anreize für Unternehmen, in sichere und nachhaltige Technologien zu investieren.
Seit 2012 haben EU-Bürger die Möglichkeit, eine Europäische Bürgerinitiative zu starten und somit die EU aufzufordern, zu einem bestimmten Thema zu handeln. Es braucht eine Million Stimmen aus mindestens 7 Ländern der EU. Recht auf Wasser, die erste erfolgreiche EBI, hat gezeigt, dass diese hohe Hürde genommen werden kann. End Ecocide in Europe versucht aktuell ebenfalls den direktdemokratischen Weg zu gehen, um die Erde vor einer ihrer größten Bedrohungen zu beschützen. Sie können die Initiative über www.endecocide.eu noch bis zum 21. Januar durch Ihre Unterschrift unterstützen.
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