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9. Juni 2017

Uniper: Miese Performance bei Menschenrechten

• Menschenrechtslage in kolumbianischer Kohleregion bleibt verheerend
• Andere Energieversorger haben sich von umstrittenen Lieferanten getrennt
• Auch neue Uniper-Gasgeschäfte mit Aserbaidschan setzen falsches Signal

Essen, 7.6.2017  Während andere große Energieversorger aktiv werden, ignoriert Uniper weiterhin Menschenrechtsverletzungen in seiner Kohlelieferkette. Vor der morgigen Hauptversammlung des Düsseldorfer Energiekonzerns kritisiert die Menschenrechtsorganisation urgewald, dass dieser noch immer Blutkohle aus der Region Cesar in Kolumbien bezieht. Obwohl die dortigen Kohleproduzenten Drummond und Prodeco/Glencore die Vorwürfe bezüglich der Verwicklung in schwerste Verbrechen nicht ausräumen können, hält Uniper an den Lieferbeziehungen fest. „Die Situation ist unerträglich. Allein in den vergangenen Monaten wurden in Cesar drei Vertreter der Zivilgesellschaft ermordet. Uniper muss endlich aktiv werden“, fordert Sebastian Rötters, Energieexperte bei urgewald.

Am 4. Februar 2017 wurde Edilberto Cantillo Mesa in Cesar von zwei unbekannten Tätern erschossen. Er hatte sich für Kleinbauern eingesetzt, die gewaltsam von ihrem Land in der von Kohleminen geprägten Region vertrieben wurden. In den Monaten zuvor waren Néstor Iván Martínez und Aldemar Parra García ermordet worden. Allein zwischen 2012 und 2016 wurden mehr als 200 Menschen Opfer von Einschüchterung und Gewalt. Oft gaben die Täter an, die Interessen der Kohlekonzerne zu verteidigen. Während Drummond und Prodeco/Glencore jede Verantwortung von sich weisen, lebt die Bevölkerung weiter mit Morddrohungen und Gewalt. „Die gezielten Morde und die steigende Zahl an Drohungen gegen zivilgesellschaftliche Akteure schüchtern Kohlekritiker ein und gefährden Friedensbemühungen vor Ort“, kommentiert Wouter Kolk von der niederländischen Organisation PAX, die die Situation in Cesar beobachtet.
Der italienische Energieversorger Enel hat Anfang Mai bestätigt, dass er die Steinkohle-Importe aus der kolumbianischen Region Cesar ausgesetzt hat. Enel ist nach DONG Energy aus Dänemark der zweite Konzern, der auf Kohle der dort aktiven Lieferanten verzichtet. DONG hatte die Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen an die Bedingung geknüpft, dass Drummond und Prodeco/Glencore ihre Menschenrechtsbilanz verbessern. Rötters kommentiert: „Während Uniper, RWE und EnBW seit Jahren herumlavieren, handeln Enel und DONG konsequent. Ein Ausschluss der umstrittenen Lieferanten ist ein starkes und überfälliges Zeichen gegen deren Ignoranz.“
Auch eine Kooperation von Uniper mit SOCAR, der staatlichen Ölgesellschaft in Aserbaidschan, weckt Sorgen in Sachen Menschenrechtsschutz. Der Staatskonzern versorgt das autoritäre Alijew-Regime mit Einnahmen und festigt so dessen Macht. Immer wieder lässt das Regime Kritiker mit fadenscheinigen Begründungen einsperren.
Weitere Informationen:

urgewald-Kampagne zu „Blutkohle“

Informationen zu aktuellen Gasgeschäften der EU mit Aserbaidschan
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