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12. Mai 2017

Uranexport in die USA / Haftantritt wegen Transportblockade


(Bonn, Berlin, 11.05.2017) Nach den jüngsten Informationen über den Uranexport aus der Bundesrepublik in die USA fordert der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) erneut die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau (NRW). Verantwortlich und zuständig für den Betrieb der Anlage sind Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin, die beide der SPD angehören. In Nordrhein-Westfalen wird am Sonntag (14. Mai) ein neuer Landtag gewählt. Anti-Atomkraft-Initiativen, der BBU und weitere Organisationen haben wiederholt von der bisherigen rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf die Umsetzung ihres Koalitionsvertrages von 2012 gefordert. Darin wird die Stilllegung der Urananreicherungsanlage und das Verbot sinnloser und gefährlicher Atomtransporte quer durch NRW in Aussicht gestellt. Jetzt, fünf Jahre nach der letzten Landtagswahl in NRW ist die Urananreicherungsanlage in Gronau nach wie vor am Netz und mit dem Betrieb der Anlage sind weiterhin zahlreiche und gefährliche Urantransporte mit LKW und Sonderzügen quer durch NRW, bundesweit und international verbunden.
Brennelementefabrik in Columbia / USA wurde von Gronau aus beliefert
Aktuell hat die Tagesschau gemeldet, dass 2014 auch die Brennelemente-Fabrik in Columbia mit angereichertem Uran aus Gronau beliefert wurde. Diese Fabrik in Columbia ist Teil des US-Atomwaffenprogramms, in der auch spezielle Brennstäbe zur Herstellung von Tritium gefertigt werden. Tritium ist ein radioaktives Gas, das in „modernen“ Atomsprengköpfen benötigt wird. Wegen seiner geringen Halbwertzeit müssen jährlich ca. sechs Prozent des Tritiums in den rund 7000 Atomsprengköpfen der USA ersetzt werden.
Ob bei dieser Tritium-Produktion auch direkt Uran des Gronauer Anlagenbetreibers Urenco zum Einsatz gekommen ist, ist nach Angaben der Tagesschau unklar. „Aber schon die Vorstellung, dass der Urenco-Konzern von Gronau aus eine Anlage in den USA beliefert, die mit der Produktion von Atomwaffenmaterial verknüpft ist, ist unerträglich“, so das Gronauer BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.
Die Anti-Atomkraft-Bewegung weist schon seit Jahrzehnten darauf hin, dass die militärische und die sogenannte zivile Nutzung der Urananreicherung auf derselben technischen Grundlage basieren. Vor fast genau 30 Jahren berichtete am 28. März 1987 der Physiker Gerald Kirchner bei einem Informations-Kongress in Gronau, dass die Gronauer Urananreicherungsanlage „eine der Anlagen ist oder sogar die Anlage im gesamten Brennstoffkreislauf, bei der der Unterschied zwischen ziviler und militärischer Nutzung am weitesten verwischt ist; eigentlich soweit verwischt ist, dass die Trennung alleine in den Absichten und dem guten Willen der Betreiber besteht und denen der jeweiligen Regierung des Landes.“
Angesichts des nuklearen und militärischen Gefahrenpotentials der Gronauer Urananreicherungsanlage führte auch in diesem Jahr wieder ein Ostermarsch zur Gronauer Atomfabrik. Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland, der BBU, Friedensinitiativen und weitere Organisationen werden sich weiterhin mit Nachdruck für die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage einsetzen. Und selbstverständlich engagieren sie sich auch gegen alle weiteren Urananreicherungsanlagen: In den Niederlanden, in Frankreich und anderswo.
Haftantritt als Zeichen des Protestes gegen Urantransporte
Auf die Notwendigkeit des Widerstandes gegen Urananreicherungsanlagen und Urantransporte wies heute (11. Mai) mit Nachdruck die Atomkraftgegnerin Hanna hin. Sie trat in Hildesheim eine mehrwöchige Haftstrafe an weil sie sich geweigert hatte, eine wegen einer Ankettaktion gegen sie verhängte Strafe von 1650 Euro zu zahlen. Hintergrund ist die Blockade eines Transportes mit abgereichertem Uranhexafluorid aus dem Jahr 2012. Mit einem Sonderzug wurde das Uran damals von Gronau zur Weiterverarbeitung nach Frankreich transportiert. „Was dort in Frankreich mit dem Material passiert, ist für die Bevölkerung nicht kontrollierbar“, betont BBU-Vorstandsmitglied Buchholz.
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), in dem u. a. auch der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen organisiert sind, kritisiert, dass immer wieder Prozesse gegen Personen geführt werden, die sich gegen Atomanlagen und Atomtransporte engagieren. „Das weitere Engagement für eine intakte Umwelt und eine friedliche Welt kann mit den Prozessen aber nicht unterdrückt werden“, so Buchholz. Weitere Aktionen der Anti-Atomkraft-Bewegung sind in der Vorbereitung.
Hintergrundinformationen
Informationskongreß zu den Gefahren der Urananreicherung, 1987:
http://www.uwz-archiv.de/fileadmin/Anti%20Atom%20web/Gronau/Brosch%FCren/AKU_UAA_1988/uaa1988.pdf
Haftantritt wegen Urantransportblockade:
http://nirgendwo.info
Aktionstermine der Anti-Atomkraft-Bewegung:
http://www.bbu-online.de/Termine/Termine.htm

Engagement unterstützen
Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter http://bbu-online.de, telefonisch unter 0228-214032. Die Facebook-Adresse lautet https://www.facebook.com/BBU72/. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.
Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken. Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen.
Zur Finanzierung seines vielfältigen Engagements bittet der BBU um Spenden aus den Reihen der Bevölkerung. Spendenkonto: BBU, Sparkasse Bonn, IBAN: DE62370501980019002666, SWIFT-BIC: COLSDE33.
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