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22. April 2017

BUNDESREGIERUNG SOLL SICH FÜR KRISENDIPLOMATIE STARK MACHEN - UNO-Sicherheitsrat zur Nordkoreakrise


Die deutsche Sektion der IPPNW ist sehr besorgt anlässlich der sich
zuspitzenden Krise zwischen Nordkorea und den USA. Nach der gescheiterten
Erklärung im UN-Sicherheitsrat appelliert die ärztliche
Friedensorganisation an die deutsche Bundesregierung, sich für eine
diplomatische Lösung des Konflikts unter Einbeziehung der UN einzusetzen.
„Wir brauchen jetzt dringend eine internationale Krisendiplomatie statt
einer Militärintervention“, so IPPNW-Abrüstungsexpertin Xanthe Hall.

Ein militärisches Eingreifen der USA ohne UN-Mandat wäre
völkerrechtswidrig und hätte verheerende weltweite Folgen. US-Präsident
Donald Trump hat im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und
Raketenprogramm mehrfach mit einem militärischen Alleingang gedroht. Der
nordkoreanische UN-Vizebotschafter Kim In Ryong warnte, auf der Halbinsel
könne jeden Moment ein thermonuklearer Krieg ausbrechen.

Die jährlichen gemeinsamen Militärübungen von Südkorea und den USA vor
der koreanischen Halbinsel sieht Nordkorea als Provokation. Die USA
sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren und sich gemeinsam mit
China und Russland für eine friedliche Lösung des Konflikts mit
Nordkorea einsetzen. „Nach 64 Jahren ist es an der Zeit zu überlegen,
wie der Koreakrieg zu befrieden ist. Die koreanische Halbinsel braucht
dringend einen Friedensvertrag,“ so Hall.

Damit Atomwaffen niemals eingesetzt werden, müssen sie weltweit
abgeschafft werden. Nordkorea hatte im Herbst bei den UN für
Verhandlungen über einen Verbotsvertrag von Atomwaffen gestimmt. Das Land
verkündete dann allerdings vor der ersten Runde der Verhandlungen Ende
März, es würde der Konferenz fernbleiben, weil die anderen
Atomwaffenstaaten nicht teilnehmen würden. Im Juni gehen diese
Verhandlungen in die zweite Runde. Die Atomwaffenstaaten haben dann die
Möglichkeit, ein Zeichen zu setzen und sich an den Verhandlungen über
die Ächtung dieser Massenvernichtungswaffen zu beteiligen. Die IPPNW
erneuert ihre Forderung an die Bundesregierung, sich konstruktiv an den
Verhandlungen in New York zu beteiligen.

Weitere Informationen über den "De-Facto"-Atomwaffenstaat Nordkorea unter
http://www.atomwaffena-z.info/heute/atomwaffenstaaten/nordkorea.html
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